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Im Reich der Natur

Naturgeister Teil I-III

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 :: Die Wanderschaft der Fee Amarilia und ihre Folgen ::




Der freundliche kleine Zwerg Pepino saß nach getaner Arbeit in seinem Gärtchen auf einem Baumstamm. Rings um ihn herum hatten sich einige Zwergenkinder verschiedenen Alters zu seinen Füssen gesellt und drängten den gutmütigen Zwergenmann nun schon seit zwanzig Minuten, ihnen eine lehrreiche Geschichte aus einem geheimnissvollen "Goldenen Buch" vorzulesen ...


Der Zwerg schaute noch etwas unschlüssig um sich herum, wobei sein Blick über jedes der kleinen pausbackigen Zwergengesichter wanderte, die ihn mit sehnsüchtig schmollendem Augenaufschlag anstarrten. Der älteste von ihnen flehte ihn dabei hartnäckig nun schon zum dritten Mal im selben Wortschwall an:
"Bitte lieber Pepino, wenn Du uns diese eine Geschichte noch vorliest, macht es uns bestimmt ganz besonders glücklich und auch Spaß von den bedeutenden Zwergenweisheiten wieder etwas mehr zu erfahren. Gib dir doch einen letzten Ruck, wir werden auch ganz bestimmt allesamt brav sein und dir ohne Ausnahme "mucksmäuschenstill" und ohne sonstige Störungen, zuhören!" Dabei rollte er verschmitzt seine dunklen Augen zu seinem Freund Ricky, der ihm schräg gegenüber saß und heftig nickend in die gleiche Kerbe haute, so daß der Zwergenmann schon fast das Gefühl hatte sich vor lauter Nachgiebigkeit innerlich zu verflüssigen.


"Schon gut, schon gut,"... brummte dieser die aufgeregte Zwergenschar eher etwas verlegen an als in irgendeiner Weise einen launischem Mißtton in seiner Stimme mitschwingen zu lassen: "Bei euch kleinen Schwerennötern bleibt mir ja wohl wirklich nichts anderes mehr übrig als heute nachzugeben, sonst bettelt ihr mich noch bis zum Abendrot noch weiter so an!" Dabei stand der stämmige Zwerg langsam und bedächtig auf und schritt zielbewusst in das hinter der ausladenden Sitzgelegenheit stehende Gartenhäuschen, um von dort aus in einem seiner Bücherregale ein mit Goldbrokat verziertes magisches Buch hervorzuholen. Die Lesebrille zugleich auf die Nase geschoben, bewegte er sich danach genauso zügig zu seinem bereits angewärmten Lieblingsplätzchen in den Garten zurück, zu einem alten Baumstamm, der ihm als bequeme Sitzbank diente.


Dort angelangt machte er es sich zwischen den Kindern erst einmal so richtig gemütlich und streckte dabei alle seine Gliedmaßen genüsslich vor sich aus. Mit viel Betonung in der gereiften Stimme begann er nun mit wechselndem, mal mit ins Buch getauchtem, mal mit erhobenen Gesichte stets den Augenkontakt zu den Kindern suchend, mit dem Vorlesen einer anregenden märchenhaften Geschichte. Es ging darin um eine besonderes Märchen aus der Feenwelt mit dem Titel "Die Wanderschaft der Fee Amarilia und ihre Folgen", welche er den Kleinen voller Hingabe und Eifer vorzulesen begann:


Es war einmal eine liebliche Fee aus dem Land der Zauberei- und Wunschmagie. Ihr Name war Amarilia. Sie war noch sehr jung und unerfahren und überaus neugierig auf alles Neue, was ihr begegnete. Doch sie konnte ebenso eigensinnig im Hinblick auf alle neu zu erwerbenden Erkenntnisse aus der traditionellen Feenschule reagieren, wenn sie in ihrem eigenen Innersten nicht genügend davon zu überzeugen war, daß bestimmte Überlieferungen gleichwohl automatisch auch auf alle anderen Bereiche des Lebens immer direkt übertragbar waren. Auf manches Erlernte verweigerte sie sich dann einfach in allen Teilen vollendst zu vertraun. Sie fand allerdings auch nichts dabei, die Dinge dann nur etwas anders zu sehen und aus ganz eigenen Herzen noch näher zu hinterfragen und zu überprüfen.


Sie war eh schon früh der Ansicht, daß es sich vielmehr sogar lohnen müßte, ganz selbstständig und tiefer in den ihr fremden Wald hineinzugehen und ganz eigene Erfahrungen dort machen zu dürfen, um mit diesem eigens erworbenem Wissen danach innerlich erfüllter irgendwann wieder heimzukehren - um den anderen Feen von den tollen Erlebnissen und Abenteuern zu berichten. In einem geheimnissvollen Gespräch zwischen zwei anderen befreundeten Feen erhaschte sie zudem das Gerede über einen uralten Lindenbaum in der Tiefe des Waldes, weit weg vom Feenzauber- und Wunschmagieland. Dieser sollte sich im Innersten des Zwergenlandes befinden und schon sehr alt und gebrechlich - aber auch sehr klug und weise - sein!

"Wenn ich diesen alten Baum nur finden und befragen könnte, dann hätte ich sicherlich schon alle Weisheit dieser Welt erlangt", dachte sich Amarilia insgeheim - und erträumte sich diese Vorstellung in den darauf folgenden Zeiten immer öfter und öfter.


"Geträumt - getan!" Einige Tage später packte sie drum ihr kleines Bündel mit ihren wenigen Habseligkeiten und etwas lichtvollem Eßbarem, und machte sich früh morgens, noch bevor ihre Familie und alle anderen Feen erwacht waren, auf den langen Weg ... Sie kannte zwar nicht den genauen Pfad dorthin, wo sie hin wollte, aber die Feen ihres schönen Volkes hatten von Geburt an eine ungetrübte Vorahnung für jede neu einzuschlagende Richtung, und so begab sie sich ganz intuitiv und mutig auf die Suche.


Amarilia war geistig schon immer sehr zielstrebig und klug - und dabei von recht zierlicher Gestalt. In ihrem Wuchs war sie gerade mal so groß wie eine kleinere Menschenfrau, mit einem wunderhübschen hellen Angesicht, natürlich rotschimmernden Lippen, seidigem Haar und großen, mandelförmigen - dunkelblauen Augen. Die Farbe ihrer Augen wechselte allerdings hin und wieder von Dunkelblau bis Graublau oder es bildete sich manchmal sogar ein weißer zusätzlicher Iriskranz um ihre Pupillen, je nachdem, wie sie sich innerlich fühlte. Es war das einzigste Phänomen, welches sich bei den Feenwesen nicht willentlich steuern ließ!


Ihre Schritte wurden, je tiefer sie alsdann in den Wald hinein ging, immer sicherer und fester, und auch ihr Tempo war ihrem Schrittrhythmus gut angepaßt. Immer zügiger kam sie so voran und auch die vielen Ablenkungen links und rechts des Weges hielten sie nicht vom rechten Pfad ab. Sie war sich sicher, sie tat das für sie selbst und alle anderen "Richtige"! Unbeirrt, mit drei kurzen Rastpausen am Wegesrand, wo sie ihre mitgenommene Lichtnahrung genüßlich verzehrte, kam sie ihrer Suche immer näher, so nah, bis sie sich schließlich auf einer herrlichen Lichtung vor einem uralten Baum angekommen sah.


Er stand ganz plötzlich vor ihr, so daß sie anfangs kaum begriff, daß es tatsächlich der richtige Baum war, nach dem sie so ausgiebig suchte. Sie schlenderte zunächst bedächtig um ihn herum und betrachtete das stattliche alte Geschöpf ganz genau. Es war wirklich ein sehr sehr alter Lindenbaum! Das konnte man schon an den tiefen Linien und Strukturen seiner Rinde erkennen. Seine Höhe bis hin zur Krone wirkte geradezu majestätigsch und beispielhaft gegenüber all den anderen jüngeren Bäumen, die um ihn herum wuchsen. Man konnte sagen, er berührte schon fast die Zipfel der Wolkendecke. Dabei war sein Blätterwerk äusserst üppig und ausladend von unten anzuschauen. Auffällig war auch, daß sich viele verschiedene Planzenarten und große wie kleine Tiere besonders wohl unter dem Schutz seines grünen Daches fühlten, die die besondere Stille und Präzens seines Lebensraumes alle gern zu genießen schienen.


"Naaa!, ertönte mit einem Mal eine tiefe Baßstimme in Amarilias Richtung, die wie aus dem Nichts zu kommen schien. "Hast Du mich jetzt langsam genug beäugt?" Die kleine Fee war deutlich unbeeindruckt, obwohl der Baum, von dem die gewaltige Stimme ausging, sie schon etwas erschreckt hatte. Doch Amarilia wollte einen besonders guten Eindruck bei der alten Linde machen, wünschte sie sich doch, daß dieser ihr etwas beibrachte, was sie daheim niemals hätte erfahren können!

Der alte Baum hörte in seinem recht hohen Alter zwar schon etwas schwerer, doch bemühte er sich allen anderen Gesellen gegenüber stets um höchste Konzentration und echte Aufmerksamkeit, womit er die kleine Hörschwäche gut ausgleichen konnte. Amarilia war augenblicklich nur erleichtert noch vor der Abenddämmerung ihr Ziel gefunden zu haben, hockte sich auf eines seiner starken Wurzelarme und redete ohne vorher lange zu überlegen einfach munter drauf los:


"Liebe Linde", begann sie, "es ist mir eine sehr große Freude und Ehre zugleich einem so alten und weisen Baum tatsächlich begegnen zu können." Die Lindenbaum biegte sich derweil beim Zuhören ein wenig mehr zu Amarilia hin, um so ihr zartes Stimmchen noch etwas besser verstehen zu können. Dabei kratzte er sich wie nebenbei mit einem seiner dünneren Astgabeln an einer gewissen Stelle seiner oberen Rindenschicht.


Mit weiterhin dunkler, aber dennoch sehr vertrauenswürdiger Tonlage, erwiderte er ihr daraufhin: "Nun gut, kleine Fee aus dem Zauberland, sprich ruhig weiter. Ich habe ansonsten ja nicht all zu oft so einen netten und freundlichen Feenbesuch wie den Deinen. Wenn ich mich richtig erinnere, bist Du sogar die allererste Fee, die mir jemals vor die Augen getreten ist! Aber rede mich bitte nur mit meinem richtigen Baumnamen an, denn ich höre ihn so gern aus anderen Mündern, und bei deinem lieben Stimmchen wirkt er für mich sicher nochmal so schön, so daß auch ich mich vielleicht ein bißchen wie verzaubert fühlen kann."


Sehr gern, lieber Baum," gab Amarilia freundlich zurück. "Aber wie heißt du denn eigentlich nun wirklich?"
"Mein Name ist "Morlan"!
"Oh!... Der Name gefällt mir aber gut, er paßt so richtig zu deiner ganzen impulsanten Erscheinung!".

"Ich danke dir kleines Feelein, aber nun berichte mir doch bitte, was die eigentliche Absicht deines werten Besuches bei mir gerade heute ist?"
"Also gut, lieber Morlan, doch mach dich lieber gleich auf eine etwas längere Geschichte gefaßt", erwiderte die Fee ohne Umschweife, "die ich dir, so gut ich nur kann, nunmehr erzählen werde, damit auch du wirklich voll und ganz verstehen kannst, weshalb ich einen so mühsamen und teils, für kleinere Feen, auch gefahrvollen Weg zu dir überhaupt auf mich genommen habe."


Amarilia setzte sich daraufhin gegen den Stamm des alten Baumes und rückte dabei noch näher an seine runzelige Rinde heran, um genauso ihren Kopf an diese gemütlicher lehnen zu können. So teilte sie Morlan im Feuereifer ihre ganze Vorgeschichte dazu mit. Sobald der Baum mal etwas nicht so genau verstand, wippte er zu ihrem Erkennen mit seinen Ästen etwas hin und her - und die Fee wiederholte sogleich geduldig ihre Worte. So verging viel Zeit bis die Abenddämmerung über sie wie unmerklich hereinbrach. Amarilia war inzwischen vom langen Erzählen so müde geworden, daß ihr zwischendrin beinahe sogar die Augen zufielen.


"Mmmh", machte Morlan bedächtig, als Amarilia nach fast zweieinhalb Stunden mit ihrem letzten Satz endete.
"Und was möchtest du nun von mir wissen, oder anders gefragt, wie kann ich dir bei alledem weiterhelfen? Denn umsonst bist du ja wohl nicht den weiten Weg zu mir gekommen, damit ich dir nur zuhöre?" Morlan beäugte sie daraufhin auf besonders bäumische Weise und mit sehr eindringlichen Blicken, die Amarilia durch und durch gingen.


Das ließ sie sofort wieder hellwachen Sinnes werden und mit fester Stimme auf den Kern ihrer Aussage kommen: "Bitte sage mir, wie hast du es nur geschafft, so überaus weise zu werden? Versteh mich bitte nicht falsch, ich weiß schon sehr genau, wir Feen lernen ständig in unserem Zauberland viel Neues hinzu und auch von den edlen Elfen erfahren die besonders begabten Schüler von uns noch viele andere Weisheiten hinzu; keiner von uns gehörte somit je einem närrischen Volk an, ganz im Gegenteil. Doch ich habe mir von dem Tage an, als ich zum aller ersten Mal von dir hörte, ernstlich vorgenommen, falls ich dich jemals finden sollte, mir wenigstens "etwas" von deiner großartigen Weisheit anzueignen, mehr noch als alle anderen wißbegierigen Wesen unter der stahlenden Sonne unserer beiden magischen Reiche, wenn ich nur kann und darf. Ich dachte sogar schon daran, daß du mich in deiner liebevollen Güte und Klugheit als Lehrer deiner ganz besonderen Art in alledem vielleicht sogar noch näher einweisen und unterrichten könntest, was dem ganzen Feenvolk letztlich später genauso zugute käme?"


Als Amarilia ihre Ausführung beendete, entstand zunächst eine absolute Stille zwischen ihr und dem Baum, ja selbst die Vögel des Waldes schienen für einen Moment lang mit ihrem Gesang aufgehört zu haben. Kein Laut war mehr in nächster Nähe zu vernehmen ...


Tja, und auf einmal schüttelte sich die alte Linde und fing aus voller Rindenkehle lauthals zu lachen an. Der alte Baum lachte bis sich seine Äste ganz krumm verbogen. Es knirschte gar fürchterlich in seinem uralten, gewaltigen Gebälk. Einige seiner Blätter fielen vor Schreck herab auf den Boden, und ein paar seiner dünneren Ästchen brachen vor lauter Ungestüm und alberner Lacherei plötzlich auch ab.


Die kleine Fee erschrak heftigst von dem plötzlichen Gefühlsausbruch des Baumes und war so überrascht und durcheinander, daß sie nur noch ganz bleich und zittrig da stand. Mit weit geöffnetem Mund stierte sie auf das verwirrende Schauspiel vor sich und ringsum, und aus dem ersten Schrecken erwuchs in ihr ein zunehmendes inneres Ärgernis. Aber seltsamerweise lachte der Lindenbaum trotzdem immer weiter und weiter, er nahm nichts anderes mehr wahr.


Alsbald darauf überkam Amarilia ein sehr mulmigeres noch anderes Gefühl, denn beim Lachen knirschte und krachte es im Innersten des Baumes dermaßen gewaltig und laut, daß es für ihre empfindsamen Ohren beängstigende Ausmaße bereits angenommen hatte. Das ist doch nicht mehr normal? Anscheinend konnte Morlan nicht mal mehr von allein mit dem albernden Getue und Gelache aufhören!?? Ihr vorher eher zorniger Blick schlug sofort in echte Besorgnis um. Sie fragte sich, was sie nur tun konnte, um diesem selbstmörderischen Treiben des anscheinend närrisch gewordenen Baumes aus ihren Kräften heraus Einhalt gebieten konnte? Ihn schnellstens zu beruhigen, damit er keinen weiteren Schaden daran nehmen kann, doch was kann sie nur tun?


All diese Geschehnisse beobachtete aus angemessenem Abstand ein ausgewachsener Dachs von seinem Bau aus. Doch er war nicht allein dabei, auch eine Hasenfamilie, eine Ricke, ein Waldkäuzchen und ein kleiner Zwergenmann, dessen Waldzwerg-Kolonie gleich um die Ecke in nächster Nähe lebte, betrachtete das Schauspiel schon eine ganze Weile lang. Es handelte sich, wie konnte es auch anders sein, bei dem kleinen Zwerg, um unseren freundlichen Märchenerzähler - Pepino ...


Als Pepino an dieser Stelle der Geschichte mit dem Lesen angelangt war, kratzte er sich zunächst verlegen hinterm dem Ohrläppchen, und in der kleinen Zwergengruppe war ein leises Raunen nicht zu überhören, bei dem alle, einschließlich der Zwergenmann selbst, unwillkürlich in sich hineingrinsen mußten. Pepino faßte sich nach einer kurzen Weile aber wieder und las mit unvermindertem Elan und konzentrierter Mine weiter vor:


Eingangs schüttelte der Zwergenmann mit seiner roten Zipfelmütze nur unverständig den Kopf. Nun war es langsam aber sicher wirklich zuviel des Guten, denn was zuviel ist - ist zuviel - und tut auch einer alten Linde auf Dauer nicht besonders gut, dachte er so bei sich. Ganz nebenbei machte der alte Baum obendrein mit seinem Getöse jetzt soviel Krach und ungelenkte Bewegungen, daß alle und alles um ihn herum lieber sicheren Abstand vor ihm nahm. Das störte und beunruhigte mit Sicherheit früher oder später auch alle anderen Mitbewohner des Waldes, denn das röhrende Lachen hallte bereits echohaft durch die ganze Gegend!


Schnurstracks ging Pepino auf die Lichtung und den alten Morlan zu, nahm seine kleine Pilzhacke aus der Umgurtelung seiner Hose und klopfte mit aller ihm zur Verfügung stehenden Kraft: EINS ... ZWEI .... DREI ... VIER ... JA ... bis zu ZEHN Mal auf die verhutzelte Rinde des Stammes ein, solange brauchte es nämlich, bis der riesige Baum endlich wie von selbst total überrascht und bestürzt zugleich mit seiner halsbrecherischen Lacherei aufhörte. Kurz darauf murmelte Morlan nur noch irgend etwas Unverständliches für alle anderen in seinen Rindenbart hinein, was nicht mal mehr die kleine Fee verstehen konnte.


Amarilia war inzwischen schon wieder etwas gefaßter und infolgedessen gespannt darauf, was der alte dumme Baum zu seiner Entschuldigung vorzubringen hatte. Aber statt ihr diesen Wunsch zu erfüllen, schwieg dieser sich lieber für einen ganz langen Augenblick, der nicht zu enden schien, völlig aus.


Pepino waren diese Tatsache allerdings "schnurzpip" egal! Hauptsache, so dachte er bei sich, kehrt nun endlich wieder echte Harmonie in die Gefilde unseres Waldes ein. Das Mittel der Wahl hatte jedenfalls seinen Zweck erfüllt, und was braucht es noch mehr? Ganz ungezwungen und mit freundlich zwinkernder Mine begrüßte er die kleine Gemeinschaft auf der Lichtung in wohl wollender Gestik - und mit gelassener Stimme wandte er sich alsdann der hübschen Fee mit diesen Worten zu:


"Es freut mich sehr, liebe Fee, dich hier in unserer sonst so stillen und ausgeglichenen Waldnische begrüssen zu dürfen", ... sein etwas verschmitzter Blick fiel dabei kurz zum Baum, der ihn als vertrauten Freund gut kannte und auch schätzte, ... "und wünsche dir von ganzem Herzen, nun nicht auch noch zu allem anderen Durcheinander glauben zu müssen, daß dich dein langer Fußmarsch umsonst hierher geführt hat, sondern du sehr wohl noch viele gute Eindrücke und lichte Weisungen von hier aus auf deiner Rückreise in die Feenwelt wirst mitnehmen können." Noch bevor Amarilia ihm allerdings daraufhin eine plausible Antwort geben konnte, kehrte Pepino bereits gezielten Schrittes auf den alten Zwergenpfad zurück. Er drehte sich zum Abschied zwar noch einmal kurz nach ihr und der alten Linde um und winkte beiden mit seiner kleinen kräftigen Zwergenhand freundlich zu, doch noch bevor sie es so recht begriffen hatten, war der Zwergenmann vor ihren Augen so schnell verschwunden, wie er aus dem Gebüsch zuvor gekommen war.


Auf der Lichtung war wirklich Stille eingekehrt. Ganz verlegen räusperte sich nun erst die alte Linde und schwang elegant einen ihrer Äste in Pepinos Richtung hinüber, wo dieser gerade zuvor noch gestanden hatte:
"Liebe Amarilia", hob er zögerlich mit säufzender Stimme zunächst an - und schaute ihr dabei flehentlichen Rindenblickes in die hübschen Augen. "Glaube mir bitte, es war absolut keine böse Absicht, dich oder mich in so eine dumme Lage und Gefahr zu bringen. Durch mein ungebührliches Benehmen denkst du jetzt sicher von mir, was für ein alter dummer Narr und Zausel ich doch bin. Teilweise muß ich dir darin sogar recht geben. Aber du solltest zu meiner Verteidigung dann auch gleich die ganze Wahrheit von mir wissen, bevor du über mich so urteilst. Nun bin ich wahrlich auch bereiter dazu, dir reinen Wein über mich einzuschenken: Es stimmt nämlich nicht, was all die anderen Waldbewohner bis hin zu deinem Feenvolk, über mich erzählt haben, jedenfalls nicht in dieser Art und Weise - und schon gar nicht in all den Einzelheiten!
Ja natürlich, ich habe zwar aus meiner Erfahrung heraus und aus meinen Erkenntnissen und Eingebungen, die ich in all den Jahren Wachstums gesammelt habe, oft auch so meine klugen Einfälle parrat. Doch deshalb bin ich noch lange kein "Alles wissender Weisheitsbaum", für den mich alle Welt anscheinend hält!"


Morlan stöhnte inwendig ein wenig kummervoll und fügte dann aber hinzu: "Genau danach hatte mich zuvor ja auch noch nie einer meiner Mitbewohner selbst gefragt. Jeder von ihnen wußte scheinbar schon besser über mich Bescheid als ich selbst? Und das war es dann wohl auch, was ihnen zu ihrer eigenen Weisheitsfindung genügte? Das aber entspricht nur ihren Wahrnehmung, niemals der ganzen Wahrheit - und schon gar nicht der meinen! Ich meine, ... der Schein bei solchen Redereien kann sehr oft trügen, wie Nebel, der einem die Sicht vor den Augen oft versperrt! Ja und das Gerede all der Anderen ist damit schon etwas zu sehr aus den Fugen geraten, so daß es sich bis hinein ins Feenlichtreich - dem Zauberland der Naturgeister - einfach verselbstständigen konnte."


Amarilia hatte ihm sehr aufmerksam zugehört. Sie war sichtlich berührt von seiner ehrlichen Offenheit und zugleich erleichtert über den eigentlichen und wahren Grund, dachte sie ein doch noch zuvor, der Baum hätte vielleicht auch über sie gelacht. Das wahre Ausmaß wurde ihr nun jedoch erst so richtig klar. Gerade wegen all des Geschwätzes mancher Waldleute fühlte auch sie sich hin und wieder etwas mißverstanden. Dabei fragte sie sich insgeheim, welche Seiten in den Augenblicken mehr Zuwendung für ein wachsendes Verständnis und Mitgefühl bedurften. Sie klammerte sich bei dieser Überlegung auch selbst nicht aus, erkannte aber nun, worauf es eher ankam, um den Waldfrieden nicht nur allein für sich zu überlassen. Der Forscherdrang nach dem Wahren und Echten ist in Demut und liebender Annahme vom jeglichem Wunschdenken, daß auf ganz anderem Lichtpfad seine Berechtigung hat, klarer zu unterscheiden, erst recht dort, wo es am meisten not tu. Das wußte sie zwar schon längst, doch nunmehr umso bewußter, daß ein jeder der Bewohner seinen eigenen Anteil daran hat, jeder seinen Teil dafür tun kann, um Liebe, Wahrheit und Weisheit aus innerstem Herzen zu leben. Die Verantwortung liegt bei in jedem selbst!


Auch Amarilia war der einstigen Täuschung erlegen, auch sie hatte anfangs kritiklos das Gerede der anderen über die alte Linde für bare Münze gehalten, wenn auch ein großer Teil desssen der Wahrheit dennoch entsprach! Denn es war sonnenklar, der Baum war selbst ehrlich und weise! Sie hatte ihn und seinen Deva durch den Schein seiner Aura erkannt, auch wenn der Baum es heute selbst noch nicht in Gänze erkennen und wahrhaben wird wollen, doch er wird es auf viele Weisen dafür durch sein weiteres Leben selbst zu erfahren haben, darin war sie sich sicher.


Nachdenklich und ein wenig betroffen dreinblickend sah sie zu Morlan hinüber, der inzwischen in sich selbst ruhte: "Ich denke, wir beide haben uns nicht gerade besonders klug und weise in dieser Situtation verhalten".
Sie schaute Morlan dabei lange und offen an und setzte sich erneut ganz in seine Nähe: "Ich, weil ich dem Geschwafel der Bewohner zuviel Glauben einst geschenkt habe und zum anderen deshalb, weil ich von der Anmut und Weisheit meines eigenen Volkes nicht überzeugt genug gewesen bin. Das sehe ich jetzt endlich ein. Ich weiß, meine noch jungen und ebenso unerfahrenen Freundinnen wußten es genauso wenig besser, deshalb begingen sie den gleichen Irrtum. Sie werden wohl wie ich, ... wie wir alle, daraus lernen müssen, für ein besseres Verhalten, auch dir gegenüber!"


Amarilia räusperte sich, da sich ihre Kehle trocken anfühlte. "Zum anderen war es sehr dumm von mir, Ärgernis und Unverständnisse in mir walten zu lassen, statt rechtzeitig zu erkennen, daß du vor Lachkrämpfen und Wirrwarr fast zusammengebrochen bist. Viel zu spät bemerkte ich die wirkliche Gefahr, in der du schwebtest, du hättest glatt auseinanderbrechen können! Selbst in dem Moment, als ich es endlich begriff, wußte ich mir keinen sofortigen Rat, wie und womit ich dir auf schnellstem Weg hätte wahrlich helfen können? In mir kam sogar Panik auf und ich war nur noch froh, daß der Zwergenmann dir rechtzeitig zu Hilfe kam.


Morlan hatte Amarilias wehmütige Aussage vernommen, doch nun wurde es auch Zeit, daß er seine Einsichten hierzu los wurde: "Nein, kleine Amarilia, den Hauptteil zu alledem mußt du mir schon selbst übrig lassen!", tönte es aus ihm ernst, "denn schließlich war ich es doch, der so dermaßen gelacht hat und sich nicht mehr rechtzeitig damit wieder einkriegen konnte! Manchmal komm ich mir vor wie ein alter Esel, obwohl ich es eigentlich viel besser wissen müsste, und bedenke dabei nicht, wie alt und morsch ich in all den Jahren wirklich schon geworden bin. Ich bringe mich mit so einem törichten Verhalten ganz klar selbst in diese gefährliche Lage. Das hab ich darum ganz allein zu verantworten! Ja, ... ja, der ach so weise und geläuterte Morlan, habe noch viel dazu zu lernen!


Wenn du mich ehrlich fragst, der Einzige, der situationsgemäß und weise genug mit seiner zwar etwas groben, aber trotzdem sehr hilfreichen Tat, Besonnenheit ausgeübt hat, war der rot zipflige Zwerg Pepino!".


"Du hast ganz recht, lieber Morlan", stimmte die Fee dem Baum zu, "wir sollten zwar einsichtig sein, doch bejammern nützt uns hinterher auch nichts mehr. Wir sind diesem Zwerg alle beide sehr zu Dank verpflichtet. Selbst den Sinn seiner Wortwahl habe ich gut verstanden. Darum hat sich mein Weg hierher doppelt und dreifach gelohnt! Es macht mich sehr glücklich, daß dir nichts Schlimmeres zugestoßen ist, und daß Pepino zur rechten Zeit am rechten Ort, zur Stelle war.
Ich denke mir, wir beide und viele andere, die hiervon vielleicht noch erfahren werden, können teils auch etwas Wertvolles daraus für sich selbst mitnehmen, falls es auch sie einmal im Leben so betreffen sollte und es als solches zu durchschauen ist. Das ich einen sehr guten Freund aus dem Wald allerdings damit hinzubekommen habe - und zugleich das wunderbare Glück erhielt. auf einen so besonnenen und netten Waldzwerg zu treffen, der mir ohne große Umschweife zeigen konnte, was wirklich "weise" ist, ist auch für mich mehr als nur eine tolle Sache!"


Nach diesem Erlebnis auf der Waldlichtung freundeten sich die Betroffenen dieser Geschichte nach und nach natürlich miteinander noch näher an. Das waren neben Amarilia, Morlan und dem Zwerg Pepino dessen gesamte Zwergensippe sowie gleichfalls alle tierischen Waldbewohner, die freundlichen Naturgeister wie zum Beispiel die edlen Elfen und die kräftigen Kobolde, alle sonstigen Licht- & Erdgeschöpfe des Waldes, einschließlich alle Feen des Zauberlandes - und viele viele andere Wesen mehr. Alle rückten sie näher zusammen. Wie aber kam das??? Nun ..., es konnte sich auf ganz natürliche Weise einfach so entwickeln.


Dabei kam es im Nachhinein immer wieder zu angeregtem Austausch untereinander durch Berichterstattungen, weitergeleitete Botschaften, es war sogar häufiger nun von neuen Abenteuern und Geschichten des Waldes und des Feenlandes die Rede. Bei den immer öfter statt findenden Besuchen und Gegenbesuchen wie auch den freundlichen Begegnungen entstanden viele wundersame und schöne neue Freundschaften. Die guten Erinnerungen und Geschehnisse dieser Zeitepoche wuchsen fortan, und die Sammlungen der Anekdoten und Abenteuererzählungen ebenso.


Die erste dieser Geschichten, die diesem Werdegang voranging, war jedoch die, von der uns Pepino so fröhlich schildern konnte. Der gute alte Morlan hörte die Mär immer noch am allerliebsten. Er vergaß währenddessen nie herzhaft an der einen oder anderen Stelle zu lachen - oder zu schmunzeln, doch allzu große Übertreibungen leistete er sich aus eigener Erfahrung längst nicht mehr wieder! Zu seiner eigenen Freude ...


Man erzählte sich inzwischen auch von der Fee Amarilia, sie wäre selbst sehr weise geworden, doch sie hörte sich diese Schilderungen nur unter Vorbehalten an, und wies die anderen, falls es ihr mal zu bunt damit wurde, auch schon mal direkt darauf hin. Sie meinte, und diese Erkenntnis zog sie aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz: Allzu schnell können auch aus solchen Redereien, wenn sie nicht gerade Punkt für Punkt wahrheitsgetreu niedergeschrieben worden sind, aus anfangs kleinen Übertreibungen - größere Irrtümer erwachsen, ... und dies wollte sie keinesfalls an sich selbst je erleben und durchmachen müssen! Das es ihr eines Tages im Alter auch mal so ergehen könnte, wie dem alten Lindenbaum Morlan damals, noch vor ihrer beider segensreichen Begegnung, darauf verzichtete sie bewußt und verständlicherweise gern!


Doch ob so oder so, ob Elfe oder Fee, ob Zwerg oder Mensch, ein Jeder mag sich bei alledem, was sie oder ihn betrifft - und bei allen Dingen, die zu tun sind, stets im eigenen Herzen fragen und dann auch wirklich der "Inneren Stimme" vertrauensvoll folgen! Wissen wir das im Grunde nicht alle längst selbst? Gottes Nähe, Wegweisungen und Weisheiten finden wir seit Anbeginn genau dort, im Herzen. Amarilia spürte und hörte es schon in den jungen Jahren deutlich, wußte seit diesem bewußten Tage mit ganzer Gewißheit und lebt es seither ohn' Unterlaß aus und vor, weshalb man sie nicht von ungefähr in ihrem zauberhaften Reich auch die Herzensfee nannte.


Und der gute Pepino sah mit viel Freude und Genugtuung, wie sich die vielen Geschichten und Erzählungen in seinem Zwergenreich anhäuften, so daß er von den Feen als besonderes Geschenk für ihre Dankbarkeit ein großes goldenes Buch mit vielen leeren Seiten überreicht bekam, welches niemals vollgeschrieben werden konnte. Es war nämlich ein ganz aussergewöhnliches - zeitloses Zauberbuch - mit unerschöpflichen Räumlichkeiten. Alle Geschichten und Märchen, die ihm zugetragen wurden aus ehrlicher Quelle, und alle seine eigenen Erlebnisse - und auch die der Familien, Bekannten und sämtlicher Naturwesen, schrieb er in dieses goldene Buch.


Seither hütete der Zwergenmann das Zauberbuch wie seinen eigenen Augapfel! Bei den Besuchen machte er das "Goldene Buch" dafür jedem, der es gern sehen wollte, gern zugänglich. Man begrüsste diese soziale positive Entwicklung überall im Naturreich. Dies sprach sich aber auch noch an ganz anderen Orten - weit über den Weltenrand hinaus - herum, so daß auch dort ganz wunderbare und günstige Neuanfänge im friedlicher Absicht und Gemeinschaften stattfinden konnten. Das ließ den kleinen Rotzipfel sein Leben lang natürlich nicht ohne wohl verdienten Stolz sein.


Hinzu kam die gute Wandlung, daß sich jeder Einzelne nunmehr an die "wahrhaftigen Geschichten" aus seinem Reich genauer zu erinnern hatte. Darüber wurde sogar ein echter "unsichtbarer" Pakt geschlossen, der für alle gleichermassen galt, auf daß nur noch diese Erzählungen zur weiteren Weisheitsförderung verbreitet wurden. Sehr viele lehrreiche und wunderschöne Geschichten konnte Pepino somit im goldenen Buch für alle zusammentragen.


Er hatte es sich dabei zur Aufgabe gemacht, nicht nur die Erzählungen im goldenen Buch für alle gewissenhaft festzuhalten, sondern ebenso die Namen der Berichterstatter (andere nannten diese auch einfach "Barden") mit ihren Initialen und Unterschriften, was den Vorteil hatte, daß der Wahrheitsgehalt der Geschichten auch auf den jeweiligen Erzähler immer klar zurückzuführen war. Jeder sogenannte Barde war also in die Selbstverantwortung genommen und keiner von ihnen wollte jemals als Lügner da stehen, schon gar nicht namentlich! Die Vorteile all dessen kamen allen gemeinsam zugute und ein Jeder hielt sich gern freiwillig daran! Das Fundament war fortan für den Wahrheitsgehalt in jener Dimension gelegt, und nur dadurch war mit der Anerkennung aller anderen Lichtboten- und Wesen in Übereinstimmung zu rechnen.


In weiterer Zukunft führten diese guten Umstände in noch größeren Gemeinschaften schließlich zu regelrechten Kettenreaktionen, weshalb der Wald immer lichter und lichter wirkte, die Mitbewohner insgesamt immer weiser und freudvoller, die Feen immer glücklicher und anmutiger - und die Zwerge und Bäume immer kräftiger und gelassener wurden. Untereinander wuchsen Liebe, Verständnis, Akzeptanz, Achtung und Toleranz und alles WAHRE, daß es wirklich lohnte zu leben. Ein harmonisches und friedvolles Miteinander war die weitere Folge!


Denn sie alle hatten etwas sehr Wichtiges begriffen:

"Alle Weisheit und aller Frieden liegen in ihnen selbst!"


Damit schloß der gute Pepino sein vorgetragenes Märchen und klappte das "Goldene Zauberbuch der Geschichten" zu. Die Zwergenkinder bedankten sich bei ihm herzlich und gingen vergnügten Schrittes nach Hause, bis auf Pepinos eigene kleine Zipfelmützenträger. Doch es würde sehr wahrscheinlich nicht allzulange dauern bis sie alle in seinem Gärtchen wieder einträchtig zusammensitzen würden, so dachte sich der weise Wicht im Stillen. Für den nächsten Morgen hat sich nämlich auch schon der Besuch einer lieben Feenfamilie und einiger Elfen bei ihm angekündigt, die alle gemeinsam eine ganz neue lebensnahe Geschichte zu berichten haben, auf die er jetzt schon sehr gespannt war und sich freute.

© April 1999 by Aliana * Cornelia Gutzeit


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