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Im Reich der Natur

Naturgeister Teil I-III

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 :: Elfengeflüster ::

Es war einmal – so beginnen alle hübschen Märchen und Geschichten – ein geheimnisvoller Kristallpalast tief im Inneren eines gewaltigen Berges, der leuchtete so hell, klar und glitzernd, dass es großes vielseitiges Staunen ohne Ende gäbe, könnte man dieses prachtvolle Schloss bewundern.

Doch dieses geheimnisvolle Kristallwunderwerk war nur für das Elfenvolk sichtbar und bewohnbar. Elfenvater Topas und seine drei wunderschönen Töchter wohnten darin und wussten nur wenig von den Menschen und ihren Lebensgewohnheiten weit über den Türmchen des Kristallpalastes oben auf der Erde!

Die drei Elfen-Töchter waren von wunderbarer zierlicher Gestalt und ihre zarten Elfenflügel waren so durchsichtig und hauchzart, dass man nur mit großer Bewunderung von den schönen Wunderwesen sprechen konnte. Alle drei waren sie bezaubernd, nur von unterschiedlicher Farbe und so hatte ihr Vater seinerzeit auch die entsprechenden Namen für seine Töchter gewählt.

Er nannte sie liebevoll Violetta, Rosalinde und Goldinchen.

Violetta war die Älteste und sie war von Kopf bis Fuß von einem leuchtenden hellen Violett umgeben und ebenso war ihr langes lockiges Haar und ihre zauberhaft leuchtenden Elfenflügel.

Dann kam Rosalinde, sie war immer schon, so lange man denken konnte, in zartes Rosa gehüllt und ebenso ihr langes leuchtendes Haar, ihre zierlichen Gliedmaßen und ihre engelszarten Elfenflügel.

Goldinchen – die jüngste und schönste unter den drei Schwestern - war von Kopf bis Fuß, von der Haarspitze bis zu ihrem kleinen zierlichen großen Zeh golden und leuchtend, wie Sonne, Mond und Sternlein alle zusammengenommen.

Die beiden älteren Schwestern Violetta und Rosalinde waren ein wenig eifersüchtig auf die goldene kleine Jüngste, nachdem sie auch Vaters Liebling war und immer ein wenig bevorzugt wurde.

Goldinchen war auch klüger, schöner, sanfter und rücksichtsvoller als die beiden älteren Schwestern. So kam es, dass die kleine Goldene öfter alleine war und ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Träumen nachhing.

Die goldene Elfe, sie träumte von klugen Gnomen, großen Zauberern und schönen Prinzen, feurigen schwarzen Pferden, tiefen blauen Bergseen, Palästen aus purem Zucker und Marzipan, wunderschönen Landschaften aus Kokosflocken mit großen Bäumen aus Lebkuchen, saftigen Wiesen mit vielen bunten essbaren Blumen und zahlreichen farbenprächtigen großen Schmetterlingen, die genauso schöne und zarte Flügel aufzuweisen hatten wie sie selbst.

Bei all diesen schönen Träumen huschte immer ein glückliches Lächeln über das liebliche Gesicht der kleinen Goldenen ...

Vater machte sich ein wenig Sorgen, nachdem Goldinchen in der letzten Zeit besonders still geworden war und viel zu viel träumte.

Die beiden älteren Schwestern hatten mit sich selbst und ihrer Schönheit viel zu tun, merkten nichts von der stillen Veränderung ihrer kleinen goldenen Schwester. Kämmten ihr zauberhaftes langes hell violettes und rosafarbenes seiden glänzendes Haar, badeten oft und ausgiebig im unterirdischen tiefgrünen Grottensee und betrachteten dann ihr liebliches Wasser-Bildnis in den dunklen geheimnisvoll raunenden Fluten.

Von den neugierig heran geschwommenen großen und kleinen Fischen, den flinken Grottenmolchen, den dünnen und dicken Fröschen wie auch von den vielen schwarzen aufgeregt flatternden Fledermäusen ließen sich die Elfen-Schwestern ob ihrer Schönheit ausgiebig bewundern.

Goldinchen hatte anderes im Sinn und wollte – gegen den Willen ihres besorgten Vaters – den geheimnisvollen Kristallpalast vorübergehend verlassen und die Nähe der Menschen suchen.
Wollte sehen wie sie lebten, wohnten, arbeiteten und vor allem, wie sie dachten und sich gegenüber ihren Mitmenschen verhielten.

Ihre Sehnsucht nach dieser Erfahrung wurde immer größer und stärker!

Eines Nachts - der nahe Grottensee leuchtete geheimnisvoll grün und kräuselte in ganz leichten leisen Wellen - war es dann soweit. Goldinchen hatte sich nun ernsthaft entschlossen, die Menschen oben auf der Erde zu suchen.

Ganz leise - ungehört und nicht gesehen – breitete Goldinchen ihre goldenen Elfenflügelchen aus und flog quer durch den leuchtenden Kristallpalast hinaus zum leise rauschenden Grottensee, durch die riesigen unterirdischen Gewölbe, immer höher und höher bis zu einem kleinen Felsspalt, durch den schon das fahle Mondlicht lugte und den Weg wies, der zu den Menschen führen sollte.

Flugs, behände und leicht schlüpfte Goldinchen ins Freie und war – welch ein eigenartiges Gefühl – im Reich der Menschen angekommen.

Nun musste sie sich ganz schnell in ein Menschenkind verwandeln, denn als Elfe wäre sie ja vom menschlichen Auge nicht zu sehen gewesen.

So hatte es Vater Topas immer erzählt.

So verwandelte sich Goldinchen schnell in ein junges hübsches Mädchen mit langem goldenen Haar und tiefblauen Augen, die verträumt und verwundert in die neue Welt blickten.

Der kleinen Elfe stiegen Tränen in ihre hübschen blauen Augen und ein leichter Schauer schüttelte ihre zarten Glieder. Was hatte sie getan ...

Gegen den Willen ihres Vaters hatte sie sich in ein Menschenkind verwandelt und in eine Welt begeben, die ihr vollkommen unbekannt war, was würde sie erwarten?

Der frühe Morgen war nun angebrochen und strahlend ging die Sonne auf. Über das hügelige Grasland mit den vereinzelten Baumgruppen leuchteten die ersten goldenen Sonnenstrahlen und Goldinchen erkannte die Farbe ihres Elfendaseins und wusste, dass es diese goldenen Sonnenstrahlen sicherlich gut mit ihr meinten.

Nun wanderte die kleine Goldene das Hügelland entlang bis zu einem klaren sprudelndem Bächlein, welches munter talwärts plätscherte. Goldinchen ließ sich zu einer kleinen Rast nieder und badete ihre zierlichen Füßchen in dem kühlen Nass.

Bisher hatte sie nur die Sonne, grünes Hügelland, einige Felsen, grüne Wiesen, viele bunte Blumen und schöne Schmetterlinge, ein sprudelndes Bächlein gesehen, aber keine Menschen. Wo waren diese Wesen, die sie so sehr interessierten denn nur geblieben?

Plötzlich hörte sie ungewohnte fremde Laute in der Nähe, versteckte sich flink hinter einem großen Baum und beobachtete einen näher kommenden hübschen Hirtenjungen umringt von seiner laut meckernden großen Ziegenherde.

Zwei Hirtenhunde begleiteten den jungen Hirten und versuchten, die unruhige große Herde zusammenzuhalten.

Zwei Zicklein, klein, lieb mit lustigen Flecken auf dem jungen Fell, versuchten mit verspielten Luftsprüngen und Galoppeinlagen Unruhe zu stiften.

Gleich machten die anderen Jungtiere mit, so dass großes Durcheinander in der Herde entstand und der Hirtenjunge wie auch seine Hunde viel zu tun hatten, um die übermütige Meute zusammenzuhalten ...

„... ihr dummes übermütiges Ziegenvolk, macht doch keinen solchen Unsinn!
Wir müssen heute Morgen noch den tiefer gelegenen weitläufigen Wiesengrund erreichen, los, los, los ...“ schimpfte der hübsche rotlockige Hirtenjunge lautstark hin zu seiner großen Ziegenherde und schnalzte aufmunternd mit seiner Peitsche.

Der Rotschopf mit seiner unruhig meckernden Ziegenherde kam näher und näher und Goldinchen schlüpfte nun in ein nahes dichtes Gebüsch, die Kleine wollte nicht entdeckt werden. Das Versteck hinter dem Baum schien ihr nicht mehr sicher genug.

Als die große Ziegenherde an der kleinen Goldenen vorbeigezogen war und sie sich gerade entschließen wollte weiterzugehen, kam ein alter Mann des Weges und setzte sich erschöpft und müde auf einen nahen Felsvorsprung, um ein wenig auszuruhen und einen Schluck aus seiner Wasserflasche zu nehmen.

Der Alte sah gutmütig, vertrauenswürdig und ein wenig müde aus, dass Goldinchen nun entschlossen aus ihrem Versteck kam, auf den alten Mann zuging und ihn ansprach.

“Guten Morgen, lieber alter Mann, wie geht es euch und wohin des Weges?“

Verwundert und verärgert hob der Alte seinen müden Kopf und grummelte verstimmt „ ... wer bist du denn, dich habe ich noch nie in dieser Gegend gesehen ... was willst du von mir? Mich kennt doch hier Jedermann, ich bin Ole, der alte Schmied ...“ und Ole graulte ungläubig seinen weißen Bart wegen dieser unnützen Frage der jungen Unbekannten.

„Ich gehe jetzt ins Dorf zurück ...“ brummte der Alte grimmig „und werde dem großen Braunen vom Hütterer-Bauern neue Eisen aufbrennen. Aber was kümmert dich das eigentlich, du dummes Ding, sei doch nicht so neugierig und störe mich jetzt nicht länger ...“

Richtete sich mühsam auf, machte eine abwertende Handbewegung hin zu Goldinchen und schlurfte kopfschüttelnd weiter hinunter ins Tal.

Die kleine Elfe konnte nicht verstehen, dass der Alte so unfreundlich zu ihr gewesen war, sie hatte es doch nur gut gemeint, wollte nur Kontakt zu den Menschen, nun war sie ein wenig verschreckt, enttäuscht und unsicher geworden.

In der Zwischenzeit – ohne dass die kleine Elfe es bemerkt hatte – war ein drohendes Gewitter aufgezogen. Schwarze dicke Wolken verdunkelten die Sonne und Blitz und Donner drohten mit starkem Wind und ausgiebigem Regen.

Für Goldinchen war das eine große neue Erfahrung, was war das für ein unglaubliches Zischen, Grollen und Drohen vom hohen Himmel her!

Angst erfasste das kleine Elfenmädchen und es wünschte sich zurück in den geheimnisvollen Kristallpalast.

Intensiver Regen prasselte unbarmherzig auf die durstige Erde und so blieb auch Goldinchen nicht verschont. Triefend nass, frierend und schlotternd am ganzen Leibe vor Nässe, Kälte und Angst saß die kleine Goldene nun verlassen unter einem großen Baum und fing an, wertvolle Elfentränen zu vergießen.

Wo sollte sie nun hin, so nass, kalt und schlotternd wie sie war, Goldinchen dachte an ihren Vater, der sicherlich sehr besorgt sein würde.

Wenig später, in eine schwere graue Regenplane gehüllt, stapfte der Hirtenjunge den Hügel herauf und suchte eines seiner Jungtiere. Ein Zicklein hatte vorwitzig die Herde verlassen, und im starken Gewitter drohten immer Gefahren für entlaufene verirrte Jungtiere. Fridolin war ein gewissenhafter Ziegenhirte, er rief laut nach dem entlaufenen Zicklein und lockte und lockte.

Plötzlich entdeckte Hirtenjunge Fridolin – so nannten sie ihn im Dorf – ein zusammengekauertes kleines Bündel unter einem Baum, was war das?

Leise und neugierig kam er näher und erkannte voller Erstaunen ein hübsches blondes junges Mädchen, welches schlotternd, triefend nass und leise weinend auf Hilfe hoffte.

“Hallo, liebes Mädl du, bei starkem Sommergewitter im Freien zu sein ohne Dach über dem Kopf ist nicht ganz ohne Gefahr und nass und kalt wird man obendrein! Komm` ich gebe Dir meinen Regenmantel, damit du dich besser fühlst ...“ sagte Fridolin leise, nahm die Regenplane von seinen Schultern und überließ sie klaglos und fürsorglich der kleinen Goldenen.

„Das ist sehr freundlich von dir, danke ...“ hauchte Goldinchen schüchtern und etwas getröstet, es gab scheinbar doch noch freundliche nette Menschenkinder!

In der Zwischenzeit war es früher Abend geworden. Der intensive Regen ließ ein wenig nach und Fridolin hatte auch seinen kleinen Ausreißer wieder gefunden und verantwortungsbewusst zur Herde zurückgebracht.

“Kleine, komm mit, du wirst sicherlich hungrig und durstig sein und nass bist du ja auch noch ... “ Fridolin nahm Goldinchen an der Hand und brachte sie nach kurzem Fußmarsch zu seiner kleinen unscheinbaren Holzhütte, in welcher er sein bescheidenes Dasein als Ziegenhirte fristete.

Goldinchen wurde warm ums Herz und mit großen ungläubigen Augen beobachtete sie das Menschenkind, wie es Brot, Milch, Ziegenkäse und ein wenig Speck vorbereitete, um den lieben Gast zu bewirten.

Fridolin war ein wenig verwundert und gleichzeitig beglückt, ein so hübsches fremdes Mädchen vor dem großen Gewitter gerettet zu haben, traute sich aber nicht, nach seiner Herkunft zu fragen.

Noch nie in seinem jungen Leben hatte er ein so wunderschönes und zauberhaftes Mädchen gesehen.

Fürsorglich und liebevoll breitete Fridolin eine warme Wolldecke über die kleine Goldene, ihr waren nun in der Abenddämmerung vor Erschöpfung die Augen zugefallen. Ihr langes goldenes Haar umhüllte sie wie eine sonnen- beschienene wunderbare goldene Wolke und er konnte sie nicht mehr fragen, woher sie denn gekommen war. Nur seine bewundernden scheuen Blicke begleiteten sie in den Schlaf.

Fridolin spürte, dieses wunderbare, schöne und schüchterne Mädchen war etwas ganz Besonderes.

Der nächste frühe Morgen war angebrochen und Fridolin rieb sich noch verschlafen seine Augen, wo war das schöne blonde Mädchen geblieben?

Die Kleine war spurlos verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt!

Vor seiner bescheidenen Hütte hatte immer schon ein unscheinbarer kleiner Baum gestanden. Aber nun ... was war mit dem Bäumchen geschehen?

Es war über und über mit herrlichen Blüten bestückt, die in der Morgensonne wunderbar golden leuchteten!

Fridolin pflückte eine herrliche Blüte, die sich in seiner Hand sofort in einen leuchtenden Goldtaler verwandelte. Es war der Dank der goldenen Elfe an ein liebenswürdiges Menschenkind.

Fridolin war nun ein wohlhabender junger Mann geworden und konnte sich seinen Herzenswunsch – eine eigene Ziegenkäserei – ohne große Probleme erfüllen.

Und Goldinchen, das träumerische neugierige Elfenmädchen?

Die kleine Goldene kehrte zurück in ihren wunderbaren geheimnisvollen Kristallpalast und hatte Vater Topas und ihren schönen eitlen Schwestern viel zu erzählen über Menschenkinder, die es gut oder nicht so gut mit ihren Mitmenschen meinten.

Ziegenschäfer Fridolin dachte mit schwerem Herzen und großer Dankbarkeit an die wunderbare Begegnung mit dem zauberhaften Mädchen und wusste nun, dass dieses Menschenkind sicherlich eine Fee oder eine Elfe gewesen war und wurde nicht müde, in der nahen und fernen Umgebung immer und immer wieder sehnsüchtig nach der schönen und guten Fee zu suchen ...

Goldinchen aber hatte er nie wieder gesehen ...

Kleine Schmunzel-Geschichte
© by Vera Maria Lafrenz


Literaturquelle:

"Elfengeflüster" wurde von der befreundeten Autorin Vera Maria Lafrenz für das Feenlicht zur Verfügung gestellt. Weitere wunderschöne Märchen der engagierten Autorin findet ihr auf Ihrer Website ...


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