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Im Reich der Natur

Naturgeister Teil I-III

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 :: Der Osterkobold ::

Ich bin ja sooooo sauer, so schrecklich sauer", der kleine Kobold Pitti trat wütend ein paar Steine weg, die auf seinem Weg herumlagen. Seine blaugrün gestreiften Haare standen wie ein wilder Igel zu Berge. "Was soll ich denn machen, wenn ich nicht so frech wie die anderen Kobolde sein kann?" Schimpfte er vor sich hin, "da müssen die mich doch nicht gleich auslachen, die Anderen". Pittis lustiges kleines Koboldgesicht mit der stupsigen Nase und den vielen Sommersprossen sah heute gar nicht lustig aus, und man konnte fast meinen, dass bald ein paar Tränen aus seinen runden Knopfaugen purzeln würden, weil sie schon so einen verräterischen Glanz hatten. Tief steckte er die Hände in seine Hosentasche und wanderte missmutig weiter.

Vor ihm tauchte ein kleiner Wald auf, und viele der Bäume hatten gerade ihr frisches neues Grün bekommen. Frühlingsblumen wuchsen überall und die Vögel des Waldes zwitscherten um die Wette. Pitti konnte all die schönen Dinge gar nicht sehen vor lauter Ärger in seinem kleinen Bauch und als er an einer Wiese vorbei kam, ließ setzte er sich mit einem Plumps auf den Boden fallen und streckte sich erstmal der Länge nach aus.

Wie er da so in den Himmel schaute und die Wolken beobachtete, merkte er, wie etwas an seiner Hose herumschnüffelte. Schnell setzte er sich hin und er sah einen Fuchs mit feuerrotem Fell, der den kleinen Kobold neugierig mit seiner Nase untersuchte. "He du" rief Pitti angriffslustig, "was beschnüffelst du mich, ich bin keine Ente für dein Abendessen, an mir würdest du dir den Magen verderben". "Na na, du", antwortete der Rotfuchs, "was hat dir denn die Laune verdorben? Warum bist du denn nur so unfreundlich? Ich wollte doch nur sehen und riechen, wer du bist. Mein Abendessen sollst du sicher nicht werden".

Pitti schaute den Fuchs mit seinen lustigen Knopfaugen an, "sei mir nicht böse Fuchs, ich habe einfach schlechte Laune heute. Nur weil ich nicht so frech sein kann, wie die anderen Kobolde, werde ich dauernd gehänselt und geärgert. Ich möchte einfach einmal etwas machen, was mir richtigen Spaß macht, nicht immer nur dem Schabernack der Anderen zusehen". Pitti zog ein saures Gesicht und zupfte ärgerlich ein paar Grashalme heraus.

"Was würde dir denn Spaß machen, du lustiger kleiner Kobold?" fragte der Fuchs. "Vielleicht kann ich dir ja helfen bei der Suche nach einer schönen Beschäftigung". Pittis Augen begannen lustig zu funkeln, "zu gerne würde ich mal jemandem eine Freude machen, ich wünsche mir, dass sich jemand so richtig von Herzen über irgend Etwas freut" rief er mit seiner hellen Stimme. Der Fuchs schaute Pitti nachdenklich an, "sag einmal du kleiner Kobold, wie wäre es denn mit ein paar Anstreicherarbeiten mit vielen bunten Farben? Würde dir das gefallen? Deine Haare und deine Kleidung sind so farbenprächtig, ich könnte mir vorstellen, dass es dir Spaß machen würde, Dinge bunt anzumalen."

Pitti grinste über das ganze lustige Gesicht, "du meinst so richtig anstreichen? Mit einem dicken Pinsel überall Farbe verteilen?" Man konnte sehen, wie der kleine Kobold von der Neugier gepackt wurde. "Sag schnell, wo soll ich anfangen", rief er aufgeregt. "Immer mit der Ruhe kleiner Mann", brummelte der Fuchs. "Erst einmal müssen wir nachdenken, ob du für diese Art des Anstreichens geeignet bist. Einfach nur Farbe verteilen geht nämlich nicht, du musst dir schon sehr viel Mühe geben". "Oh, das kann ich auch", rief Pitti, "nur bunt mag ich es am liebsten, weil ich Farben doch so sehr mag".

"Gut Pitti, dann lass uns einmal tiefer in den Wald gehen, bis zur alten Eiche, dort will ich dir etwas zeigen", lächelte der Rotfuchs. Die Beiden wanderten los, und Pitti war gewaltig neugierig, wohin ihn der Fuchs wohl bringen würde. Hinter der nächsten Wegbiegung tauchte die alte Eiche vor den beiden Wanderern auf. Pitti riss erstaunt seine Augen weit auf, überall um den dicken Baum herum standen Farbeimer und es lagen Pinsel in allen Größen herum. "Was ist denn hier bloß los?" fragte Pitti erstaunt, "was soll denn hier angestrichen werden?" "Pitti denk doch einmal nach", sagte der Fuchs. "In ein paar Tagen ist Ostern und alle Kinder suchen nach den bunt gemalten Ostereiern. Der Osterhase ist schon seit Wochen damit beschäftigt Eier bunt anzumalen".

Der Fuchs lief zum Baum und schaute sich suchend um. Nach zwei Runden um den Baum kam er zu Pitti zurück. "Sicher hat sich der Hase etwas hingelegt und ruht sich aus. Der Arme hat sich die Pfote verletzt, er hat schlimme Schmerzen und er hat große Angst, dass er die Ostereier nicht fertig bemalt bekommt bis zum Fest. Nicht auszudenken wäre das, wenn die Kinder in diesem Jahr ihre bunten Eier nicht bekommen würden" Der Rotfuchs schaute ganz traurig drein. Pittis runde Knopfaugen schauten staunend auf all die Farbeimer und die Riesenberge von Eiern, die noch bemalt werden sollten. "Hast du etwa gemeint, dass ich dem Osterhasen helfen soll, beim Anmalen der Ostereier, lieber Fuchs?" fragte er, und ein Lächeln ging über sein schelmisches kleines Gesicht. "Das würde mir ja einen Riesenspaß machen, und nichts würde ich lieber tun". Pitti strahlte über das ganze Gesicht vor Aufregung. "Wo ist denn nun der Osterhase?" Ich könnte doch sofort anfangen, die Eier zu bemalen".

Der Rotfuchs lief wieder zum alten Eichenbaum, und diesmal entdeckte er den kranken Hasen. Mit einer dick verbundenen Pfote und schmerzverzogenem Gesicht kam der Osterhase hinter einem Busch hervor. "Hallo Fuchs", sagte er, "nett das du wieder einmal vorbeischaust. Meine Pfote will und will nicht besser werden. Ich weiß gar nicht, wie ich in diesem Jahr die Eier für die ganzen Kinder fertig bekommen soll". Kummervoll ließ der Osterhase seine Ohren hängen, man konnte ihm ansehen, wie traurig er war. "Sei nicht mehr so verzweifelt lieber Hase", rief der Fuchs, "ich glaube, ich hatte eine gute Idee, ich habe dir einen fleißigen Helfer mitgebracht, der es gar nicht mehr abwarten kann, dir beim Eieranmalen zu helfen".

Pitti drängelte sich nach vorne, "ja, hier bin ich lieber Osterhase, sage mir, wo ich anfangen soll. Mit Farben kenne ich mich aus, das wäre doch gelacht, wenn wir mit vereinten Kräften die Ostereier nicht fertig bekämen". Pittis lustige Augen funkelten unternehmungslustig und über das traurige Gesicht vom Hasen zog ein freundliches Lächeln. "Also los Pitti, dieser riesige Berg Eier muss noch angemalt werden, Farben sind genug da, dann leg mal los du kleiner Kobold", schmunzelte der Osterhase.

Mit Feuereifer begann Pitti nach einem passenden Pinsel zu suchen, er stellte die Farbeimer um sich herum und begann ein Ei nach dem Anderen mit bunten Farben zu bemalen. Es dauerte nicht lange, dann war Pittis Kittel über und über mit Farbklecksen bedeckt, und seine Wangen waren rotglühend vor lauter Eifer. Wann hat es das auch jemals gegeben, dass ein Kobold die Ostereier färbt? Alle Kinder sollten ihre Ostereier bekommen, das hatte sich Pitti vorgenommen. "Und wenn meine Finger voller Blasen sein werden, ich schaffe das", dachte Pitti, "wenn ich das den anderen Kobolden erzähle, dann werden sie vor Neid platzen, und das Lachen über mich wird ihnen schon vergehen". Ein lustiges Grinsen ging über sein schelmisches Koboldgesicht.

So wurde aus Pitti ein Osterkobold, und ihr werdet sehen, er hat es geschafft, alle Kinder werden zu Ostern ihre bunten Ostereier bekommen, und wenn ihr ein ganz verrücktes buntes Ei in eurem Osternest findet, dann hat das bestimmt Pitti der Kobold bemalt.

Märchenerzählung
© by Brigitte Thiemann


Literaturquelle:

"Der Osterkobold" wurde von der befreundeten Autorin Brigitte Thiemann für das Feenlicht zur Weiterveröffentlichung zur Verfügung gestellt. Ein reichhaltiges Repertoire weiterer wunderschöner Märchen und Geschichten dieser engagierten Autorin findet ihr auf Ihrer Website ...

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