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 :: Die Traumfee ::

Heute möchte ich euch das Märchen von der Traumfee erzählen. Sie wohnt weit entfernt auf einem verträumten Stern im unendlichen Universum des Traumlandes. Sie liebt unerfüllte Wünsche und sehnsüchtige Träume. Ein ganz besonderes Herz hat sie für einsame und traurige Menschen, heimliche Wünsche und Träume, von denen niemand etwas weiß. Wenn sie so einen Wunsch entdeckt, dann wirft sie goldene und silberne Fäden von ihrem Traumstern herab, die sie selber gesponnen hat auf ihrem gläsernen Webstuhl. Diese Fäden wandern nachts in die Träume der Menschen und lassen die Wünsche im Herzen stark bleiben.

Ganz besonders eifrig wird die Traumfee, wenn sie einen Menschen entdeckt, der seine Träume und seine Wünsche aufgeben will, so etwas mag sie ja gar nicht. Schnell steigt sie in ihren watteweichen Freiluftballon und schwebt herab zur Erde. Sie wandert in den Traum des traurigen Menschen und hüllt sein ganzes Herz mit ihren Zauberfäden ein. Sie flüstert in sein Ohr, "du darfst deine Träume nicht aufgeben, behalte deine Wünsche in deinem Herzen, man darf seine Träume nicht aufgeben. Ich bin doch da und ich helfe dir doch". Sie wiegt ihn in ihren Armen und zeigt ihm in seinen Träumen, dass Wünsche wahr werden können, wenn man nur ganz fest daran glaubt.

Traumfeenfäden sind etwas ganz Besonderes, wenn sie ein Herz berühren, kann man es spüren, man fühlt ein klitzekleines Kitzeln in der Herzgegend, so als ob ein zarter Flügelschlag das Herz berührt. So wie bei der kleinen Blue. Ihr Herzchen war ganz traurig, weil sie niemanden hatte, der zu ihr gehörte. Blue lebte schon seit vielen Jahren in einem Waisenhaus einer kleinen Stadt. Wenn in der Schule gefragt wurde nach Dingen, die sich zu Hause ereigneten, dann verkroch Blue sich immer in der hintersten Ecke, weil sie nicht gefragt werden wollte. Sie träumte von einem liebevollen Heim und sie wünschte sich so sehr, geliebt zu werden.

Oft kamen Menschen in das Waisenhaus, die gerne eines der Kinder adoptieren wollten, aber nie beachtete jemand das stille und schüchterne Mädchen. Alle Menschen schauten nur nach den kleinen und niedlichen Kindern, auf die stille Blue mit den süßen Sommersprossen auf der Nase schaute niemand. Blue wurde immer stiller und hoffnungsloser. Sie wollte ihre Träume von Liebe und ihren Wunsch nach einem Menschen der zu ihr gehört vergraben, weil es immer mehr schmerzte, wenn er sich nicht erfüllen wollte.

Die Traumfee achtete besonders auf die kleine Blue, schickte ihr schöne Träume, damit das Mädchen nicht den Mut verlieren sollte. Als sie nun merkte, dass Blue aufgeben wollte, eilte sie zu ihrem Freiluftballon, um schnell zur Erde zu schweben. Sie betrat Blues Traum, um ihr etwas zu zeigen. Es erschien ein altes kleines Haus mit schiefen Fenstern und einem total verwilderten Garten Drumherum. In einer Ecke des Gartens saß eine alte Frau in einem Stuhl. Sie hatte die Hände vors Gesicht geschlagen und man sah, dass sie weinte.

Die Traumfee flüsterte in Blues Ohr, "nicht aufgeben Blue, halte deine Träume fest. Manchmal muss man andere Wege gehen, damit Wünsche erfüllt werden. Schau dich um in der Welt, es gibt Menschen, die dich brauchen, die glücklich wären, wenn du bei ihnen wärest". Sie webte Blues Herz mit ihren Traumfäden ein, extra viele hatte sie für das kleine Mädchen gesponnen.

Am anderen Morgen erwachte Blue und sie fühlte sich nicht mehr ganz so traurig. In ihrem Herzen war die Hoffnung erwacht, dass doch noch alles gut werden könnte. Nach der Schule wollte sie in den nahe gelegenen Wald gehen, um ein paar wilde Beeren zu sammeln. Den Wald liebte Blue sehr, viele Stunden verbrachte sie dort, um zu träumen. Heute wollte sie sich einmal ein Stück des Waldes ansehen, das sie bisher noch nie betreten hatte. Vorsichtig betrat sie den unbekannten Weg. Auf einmal sah sie das kleine Haus mit den schiefen Fenstern vor sich, das Haus welches sie in ihrem Traum gesehen hatte. Auch der verwilderte Garten war genauso wie in Blues Traum. Die alte Frau saß dort in ihrem Stuhl und weinte. Das Mädchen ging zu ihr, "warum weinst du denn so sehr? Kann ich dir irgendwie helfen?" fragte sie mitleidig. Die alte Frau schaute erstaunt auf das Mädchen, "wo kommst du denn her? Niemals verirrt sich jemand bis hierher zu mir. Ich weine, weil ich immer so alleine bin, kleines Mädchen. Niemand kann mir helfen, wirklich niemand", sagt sie traurig.

Blue fühlte in ihrem Herzen den zarten Flügelschlag der Traumfee und das klitzekleine Kitzeln in der Herzgegend ließ das Mädchen lächeln. "Sei bitte nicht so furchtbar traurig", sagte Blue zu der alten Frau. "weißt du, ich bin auch alleine und wenn du nichts dagegen hast, dann komme ich dich öfter nach der Schule besuchen. Dein Garten ist so wunderschön und bestimmt können wir uns eine ganze Menge erzählen". Ein zaghaftes Lächeln ging über das Gesicht der alten Frau, "was bist du doch für ein liebes Mädel und was für niedliche Sommersprossen du auf deiner Nase hast, dich muss man ja einfach lieb haben". Blue strahlte die alte Frau an, ihre Augen begannen zu leuchten, "ich finde dich auch lieb und ich bin froh, dass ich dich gefunden habe".

Später kehrte Blue ins Waisenhaus zurück, aber sie war nicht mehr so traurig. Sie hüpfte sogar den Weg zurück, was sie lange nicht mehr getan hatte. Abends ging sie in ihr Bettchen und nahm sich vor, gleich am anderen Tag wieder einen Besuch in dem kleinen Haus im Wald zu machen. Glücklich schlief sie ein. Die Traumfee hatte in Blues Nähe gewacht, jetzt lächelte sie freudig. Sie wusste, sie konnte nun beruhigt wieder zu ihrem verträumten Stern zurückkehren, die kleine Blue hatte ihre Träume und Wünsche wieder gefunden. Schnell ließ sie noch ein paar besonders hübsche Traumfäden in Blues Herz zurück, damit es auch ja am anderen Tag ordentlich kitzelte. Sie stieg in ihren Freiluftballon und flog zu ihrem Stern zurück. Denn sicher hatte sie noch sehr viel damit zu tun, sich um Menschen zu kümmern, die fast ihre Wünsche und Träume verlieren.

Und wenn es euch einmal passiert ist, das ein Herzenswunsch sich erfüllte, obwohl eigentlich niemand daran glauben wollte, dann hatte bestimmt auch die Traumfee ihre Fäden im Spiel. Manchmal zeigen uns unsere Träume den Weg den wir gehen sollen und manchmal werden auch Wünsche und Träume wahr.

Märchen
© by Brigitte Thiemann


Literaturquelle:

"Die Traumfee" wurde von der befreundeten Autorin Brigitte Thiemann für das Feenlicht zur Weiterveröffentlichung zur Verfügung gestellt. Ein reichhaltiges Repertoire weiterer wunderschöner Märchen und Geschichten dieser engagierten Autorin findet ihr auf Ihrer Website ...

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